Everest Base Camp

Die legendäre Trekkingroute

Everest Base Camp 2023

Das Everest Base Camp zu erwandern, ist wohl der Traum der meisten Trekker, die Nepal besuchen. Auf den Spuren der großen Bergsteiger, die auf diesem Weg den Gipfel besteigen, diese fantastische Landschaft zu erkunden, und zu durchwandern, zählt wirklich zu den großartigsten Erlebnissen, die man haben kann. Im Anblick der 8000 an seine Grenzen gehen, und das tun wohl die meisten Trekkingbegeisterten die das EBC besuchen, hinterlässt schon einen bleibenden Eindruck.

Auch ich war extrem neugierig auf das, was mich auf dem EBC Trek erwartete. Körperlich als auch Mental. Ich habe mich ja vorher schon eingelesen und wusste über Höhen und Kilometer der Tagesetappen gut Bescheid. Mein Vorteil war, dass ich vorher den Langtang Trek über Thulo Syabru machen konnte, was für mich noch ein gutes Training, wie auch eine Vorbereitung auf die Höhe war. Kann man auch hier einen beinahe 5000er besteigen! Auch mein Gepäck habe ich selbst getragen, um meine Rückenmuskeln ein wenig auf die bevorstehenden Strapazen zu gewöhnen.

Der EBC Trek mit dem Everest Base Camp zählt wohl zu den bekanntesten und legendärsten Trekkingrouten in Nepal. Die beste Zeit für den Everest Base Camp Trek ist von Anfang September bis Dezember, da das Wetter um diese Zeit noch am stabilsten ist. Da ist es selbsterklärend, dass um diese Zeit mehr Trekker als üblich unterwegs sind, was aber im Grunde nicht stört, weil es sich über den Tag auf die Wege aufteilt. Nur in den Lodges könnte es abends ein wenig eng werden. Für mich war es eines der schönsten Himalaja Abenteuer und ich werde das Gebiet rund um den Everest sicher wieder einma besuchen und andere Wege erkundnen.

Flughafen Lukla

Dazu kommt dann noch die Vorfreude auf den Flug von Kathmandu nach Lukla. Zählt dieser Flug doch zu den gefährlichsten Flügen weltweit. Besonders der Anflug und die Landung in Lukla soll es in sich haben. Inmitten der Berge liegt eine viel zu kurze Landebahn, umgeben von Hügeln, die sich nachmittags gerne in den Wolken verstecken. Die meisten Flüge finden deshalb vormittags bis mittags statt.

Tag 1: Flug nach Lukla und weiter nach Phakding

Flug von Kathmandu nach Lukla

Die Spannung steigt, bereits um 4.00 Uhr früh munter, der Flug sollte um 6.00 Uhr starten!  Uns so warten wir bereits um 5.30 im Abflugterminal, um festzustellen, dass wir erst um 12.00 Uhr abheben. Man hat uns aufgrund von größeren Gruppen einfach aus dem Passagierplan geschmissen und uns dann irgendwo wieder eingeplant.
Endlich, kurz vor zwölf, geht es dann los. Der Flug nach Lukla, dem wahrscheinlich legendärsten Flughafen der Welt.
Der Flug dauert gerade mal 35 Minuten und verläuft ruhig. Erst kurz vor Lukla, tauchen ein paar kleine Wolken auf und schütteln das kleine Flugzeug ein wenig durch. Die Landung zwischen den Hügeln auf der kurzen, aber steilen Landebahn verläuft vollkommen unspektakulär und wir kommen gut an.

Die Landebahn liegt auf 3000 Metern, hat gerade mal eine Länge von 530 Meter, und ein Gefälle von 60 Metern. Alle Piloten haben eine Spezialausbildung und kommen erst nach einigen Jahren mit ausreichender Flugerfahrung zum Einsatz.

Von Kathmandu aus gehen nur noch wenige Flüge nach Lukla. Die meisten Flüge starten in Ramechhap, was mit dem Bus in ca. 5 Stunden erreichbar ist. Für die 145 Kilometer sollte man aber gut 7 Stunden einberechnen. 

Nach der Landung und nach dem Auschecken vom Flughafen gibt es erst mal eine Stärkung in einem Restaurant und dann geht es endlich los. Die heutige Wanderung dauert noch gut 3 Stunden über rund 7,5 Kilometer und führt uns nach Phakding, wo wir in der Lodge Sanghrila Guesthouse nächtigen, wo uns der junge Besitzer viel über sein Dorf und das Tal erzählt hat. Er besitzt auch ein Fotobuch mit alten Bilder auf denen man das ursprüngliche Kathmandu sehen kann.

Phakding ist eine kleines Dorf am Fluss Dudh Kosi in der Region Khumbu in Nepal. Die Lodges dienen Wanderern auf ihrem Weg von Lukla (2.840 m) nach Namche Bazar (3.440 m) als Übernachtungsmöglichkeit. Auf einer Höhe von 2.610 m gelegen, eignet sich der Ort hervorragend zur Akklimatisierung während der ersten Nacht in der Khumbu-Region. Leider trübte ein leichter Regen den Tag ein wenig, aber es war der erste und letzte Regen während unserer ganzen Tour. 

Kilometer: 7,5 / Zeit: ca. 3 Stunden / bergauf 260m ⇑ / bergab 470m ⇓/

Der heutige Tag wird ein weniger anstrengender, ist aber für einigermaßen konditionell gute Wanderer gut zu bewältigen. Der Weg führt durch einige kleine Dörfer, mit in der Sonne leuchtenden Getreidefeldern. Leicht auf und ab, windet er sich durch Wälder, überquert kleine Flüsse und der Höhepunkt ist wohl die Hillary Bridge, die legendäre Hängebrücke, die wohl das Leben der Bewohner des Tales grundlegend geändert hat.
Ein junger Mann erzählte mir, das er alles was er hat, inklusive des Schulbesuches, Edmund Hillary verdankt. Die Brücke aber auch der Flughafen von Lukla wurden erst durch Initiative und Einsatz von Sir Edmund Hillary möglich. Es war sein Dank an die Sherpas die ihm den Aufstieg auf den Mount Everest ermöglichten. Die Brücke brachte einen großen Aufschwung in dieses Tal und machte den Schulbesuch von hunderten Kindern möglich und brachte weiters für den Tourismus uns somit für die Bevölkerung ein wenig Wohlstand.

 Von dieser Brücke geht es nun ständig durch einen Wald hinauf, in das berühmte Bergsteigerdorf „Namche Bazar“, wo wir die nächsten zwei Tage zur Akklimatisierung bleiben.

4 Stunden, 10 Kilometer und 870 Höhenmeter ist der Weg und im Grunde kann man nur dazu raten, sich Zeit zu lassen und diese Wunderbare Landschaft zu genießen.

 

Kilometer: 11 / Zeit: ca. 7 Stunden / bergauf 1960m ⇑ / bergab 1160 ⇓

Angekommen in Namche Bazar ist man erst einmal ein wenig überwältigt. Genauso wie man es von den Bildern her kennt, liegt dieser Ort im Halbkreis eines großen Kessels. Der Ort besteht im Grunde nur aus Hotels, Lodges, Bars und Kaffeehäusern. Und zahlreiche Shops, in denen man beinahe alles bekommt, was man für eine ausgiebige Trekkingtour braucht. Aber auch unnötiges, was mich dann doch ein wenig nachdenklich macht, wozu man das alles hier herauftragen muss, um es dann wieder auf müden, geschundenen Beinen wieder hinunterzutragen zu dürfen.

 Auch ein Museum gibt es, das von den Sherpas der letzten Jahrzehnte berichtet. Wir sind erstaunt, dass sich in gewissen Bereichen in den letzten 30 bis 40 Jahren nichts geändert hat. Dieselben Bilder, die aus alter Zeit stammen, kann man auch jetzt noch in den Dörfern und auf den Feldern machen. 

Bevor wir unsere Lodge beziehen, gönnen wir uns noch ein Stück Kuchen und Kaffee in der Dorfbäckerei und ein kühles Getränk.

Wir verbringen , so wie die meisten Leute, zwei Nächte hier wegen der Akklimatisierung. Am zweiten Tag steigen wir auf, zur Everest View Lodge, um den Körper an die Strapazen der kommenden Tage zu gewöhnen. Der Aufstieg ist nicht allzu schwierig, gibt aber eine fantastische Aussicht auf die umliegenden Berge und auf Namche Bazar frei. 

Ein Gefühl der Freiheit stellt sich ein, aber auch ein Gefühl der Demut.
Wie klein ist doch der Mensch.