Auf dieser Seite sammle ich Fakten, Daten und Wissenswertes über Nepal, seine Menschen, seine Kultur und seine Besonderheiten. Sie soll ein kleines persönliches Nachschlagewerk werden – für mich selbst, aber auch für andere Menschen, die sich für dieses faszinierende Land interessieren. Während meiner Aufenthalte in Nepal durfte ich viele Eindrücke und Erfahrungen sammeln, von denen man leider mit der Zeit auch einiges wieder vergisst. Genau dafür soll dieser Ort da sein: um Erinnerungen festzuhalten, Wissen zu bewahren und jederzeit nachschauen zu können.
Lage & Geografie
- Nepal liegt eingeklemmt zwischen dem Giganten China (Tibet) im Norden und Indien im Süden, Osten und Westen.
Die Fläche beträgt ca. 147.000 km² – etwas größer als Griechenland. (Österreich 83 871 km²)
Von tiefer Terai-Ebene wo der Anbau von Obst, Gemüse und Getreide hauptsächlich stattfindet, zieht sich die Landschaft über das Mittelgebirge bis zu den Himalaya-Gipfeln, darunter 8 der 14 höchsten Berge der Welt. - Nicht umsonst wird Nepal „Das Land der Berge“ genannt. Das Land der achttausender“
Bevölkerung - Einwohner: ca. 30 Millionen
Die Hauptstadt ist Kathmandu, mit geschätzen 2 Millionen Einwohnern. - Auf Grund der schlechten Wirtschaftslage und absolut schlechten Zukunftsaussichten findet eine regelrechte Landflucht statt. Viele versuchen ihr Glück in Kathmandu oder Phokara wo sie im Tourismus einen Job zu finden hoffen. Aber leider, vor allem die jungen Menschen nehmen beinahe jede Hürde auf sich um in irgend einem anderen Land arbeiten zu können. Sie bezahlen auch unmenschliche Summen an Headhunter und auch öffentliche Behörden.
- Weitere wichtige Städte und Dörfer: Pokhara, Lalitpur, Bhaktapur, Biratnagar, Nargakoth, Dulikhel,
Ethnien, Stämme & Kasten - Nepal hat über 125 ethnische Gruppen und 123 Sprachen, wobei hier auch Dialekte dabei sind.
Um es ein wenig komplizierter zu machen eine kleine Übersicht über die Herkunft vieler Nepalesen:
Indo-arische Volksgruppen -
z. B. Chhetri, Brahmanen (Bahun), Tharu
→ kulturelle und sprachliche Wurzeln vor allem in Nordindien -
Tibeto-birmanische Volksgruppen
z. B. Sherpa, Tamang, Gurung, Rai, Limbu, Magar
→ Herkunft und kulturelle Einflüsse aus dem tibetischen/Himalaya-Raum -
Newar
→ ursprüngliche Bewohner des Kathmandu-Tals, eigene Sprache und Kultur -
Weitere Minderheiten
z. B. Madhesi im Süden, mit engen Bezügen zur indischen Tiefebene - Bekannte Gruppen: Sherpa, Gurung, Tharu, Tamang, Newar.
- Kastensystem ist offiziell abgeschafft, aber kulturell noch spürbar.
Sprachen - Amtssprache: Nepali
- Viele regionale Sprachen, z. B. Tamang, Newari, Maithili und weiteren rund 120 Sprachen
Die Berge Nepals:
8 der vierzehn achttausender liegen in Nepal!
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Mount Everest (8.848,86 m) – an der Grenze Nepal / China
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Kanchenjunga (8.586 m) – Grenze Nepal / Indien
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Lhotse (8.516 m) – Grenze Nepal / China
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Makalu (8.485 m) – Grenze Nepal / China
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Cho Oyu (8.188 m) – Grenze Nepal / China
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Dhaulagiri I (8.167 m) – vollständig in Nepal
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Manaslu (8.163 m) – vollständig in Nepal
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Annapurna I (8.091 m) – vollständig in Nepal
Generell bekommt man Gänsehaut wenn man bedenkt das mehr als 1.300 Berge über 6.000 Meter hoch sind, und das in einem relativ kleinem Land. Da stellt sich die Frage, wo genau 30 000 000 Menschen leben? In Griechenland sind es gerade mal 11 Millionen.
Nepal ist die Heimat berühmter Trekkingrouten: Annapurna, Langtang, Everest Base Camp, Manaslu Trek, Langtang Valley, Gosaikunda, Mardi Himal was Jahr für Jahr tausende Trekkingbegeisterte in dieses Land bringt.
Bekannteste Bergsteiger aus Österreich in Nepal
- Reinhold Messner (Italiener, aber oft in Europa genannt – für Vergleichsbezug)
Reinhold Messner leistete in Nepal Außergewöhnliches, vor allem durch seine Besteigungen im Himalaya. 1978 gelang ihm gemeinsam mit Peter Habeler die Erstbesteigung des Mount Everest ohne zusätzlichen Sauerstoff, was den Höhenbergstieg grundlegend veränderte. 1980 bestieg Messner den Everest sogar solo, ebenfalls ohne Sauerstoff, und setzte damit einen Meilenstein der Alpingeschichte. Für Nepal machte er den Himalaya weltweit bekannt und förderte einen respektvolleren, alpinen Stil des Bergsteigens. Zudem setzte er sich öffentlich für die Anerkennung der Leistung der Sherpas und für einen nachhaltigeren Umgang mit der Bergwelt ein.
Reinhold Messner hat insgesamt sechs Messner Mountain Museen (MMM) gegründet, alle in Südtirol und im Trentino. Diese Museen beschäftigen sich mit dem Thema Berge, Bergvölker und Alpinismus. In Nepal hat er kein eigenes Museum gegründet, war dort aber inhaltlich und ideell an Projekten beteiligt, die sich mit der Kultur der Bergvölker und dem Himalaya befassen.
Wer Zeit und Lust hat und vor allem die Gelegenheit kann in Namche Bazar das Bergsteigermuseum besuchen und in Phokhara gibt es ebenfalls ein großes Museum das zu staunen einlädt, unter welchen Bedingungen und Vorausetzungen damals die Berge bestiegen wurden. - Peter Habeler (erste Everest-Überschreitung ohne zusätzlichen Sauerstoff mit Messner)
- Weitere Österreicher: Toni Ponholzer, Christian Stangl – insbesondere im Himalaya aktiv
Besonderheiten & Highlights
- Nepal, ein Land mit so vielen Hochgebirgsregionen auf engem Raum
Nepal ist ein einzigartiges Land, das auf so engem Raum eine außergewöhnliche Dichte an Hochgebirgsregionen vereint. Innerhalb weniger hundert Kilometer steigt die Landschaft von subtropischen Ebenen bis zu den höchsten Gipfeln der Erde an. Acht der vierzehn Achttausender liegen ganz oder teilweise in Nepal und prägen das Land nachhaltig. Diese extreme topografische Vielfalt beeinflusst Klima, Biodiversität und Lebensweise der Menschen. Dadurch entsteht ein weltweit einzigartiger Natur- und Kulturraum. - Spirituelle Kultur: viele Buddhisten und Hindus, unzählige Tempel & Klöster
Nepal ist geprägt von einer tief verwurzelten spirituellen Kultur, in der Buddhismus und Hinduismus seit Jahrhunderten friedlich nebeneinander existieren. Tempel, Stupas und Klöster prägen Städte, Dörfer und selbst abgelegene Bergregionen. Religiöse Rituale sind fester Bestandteil des Alltags und begleiten das Leben von der Geburt bis zum Tod. Besonders einzigartig ist die enge Verbindung beider Glaubensrichtungen, die sich in gemeinsamen Gottheiten und Festen zeigt. Diese spirituelle Vielfalt verleiht Nepal eine außergewöhnliche kulturelle Tiefe.
- Trekking & Abenteuerreisen sind zentraler Bestandteil der Tourismuswirtschaft
Trekking- und Abenteuerreisen bilden das Herzstück der Tourismuswirtschaft in Nepal. Jährlich zieht das Land Menschen aus aller Welt an, die die Himalaya-Region zu Fuß erleben möchten. Beliebte Routen wie der Everest- oder Annapurna-Trek sind international bekannt. Neben Trekking spielen auch Bergsteigen, Rafting und Paragliding eine wichtige Rolle. Der Tourismus schafft dabei für viele Regionen eine zentrale Einkommensquelle.
- Tierwelt: Schneeleopard, Rhesusaffen, Riesenpanda in Schutzgebieten
Nepals Tierwelt ist ebenso vielfältig wie seine Landschaften und reicht von subtropischen Ebenen bis ins Hochgebirge. In den Himalaya-Regionen lebt der scheue Schneeleopard, eines der seltensten Raubtiere der Welt. In tieferen Lagen sind Rhesusaffen allgegenwärtig und prägen vielerorts das Bild von Tempeln und Städten. In geschützten Bergwäldern ist zudem der seltene Rote Panda beheimatet, der oft mit dem Riesenpanda verwechselt wird. Nationalparks und Schutzgebiete spielen eine zentrale Rolle beim Erhalt dieser außergewöhnlichen Artenvielfalt.
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Haupteinnahmequellen von Nepal und seinen Menschen
Allen voran sind es die Bereiche der Landwirtschaft, wo die meisten Nepali ihren Lebensunterhalt verdienen. Es trägt zwar kaum zum Export bei, ist aber für die Menschen überlebenswichtig. Sei es zur Eigenversorgung oder um ein kleines Einkommen zu erzielen.Die zweite Einnahmequelle ist natürlich der Tourismus. Der aber ist in Nepal noch sehr punktuell ausgebaut und auf wenige Regionen beschränkt. So sind die Menschen in den bekannten Gebieten wo sich die berühmten Trekkingrouten befinden klar bevorteilt. Viele versuchen einen Job in der Gastronomie und Hotels zu finden, aber auch als Träger (Porter) und Guide zu arbeiten. Auf Grund der großen Nachfrage bei den Jobs ist es für viele Betriebe und Trekkingagenturen ein leichtes, die jungen Menschen um einen Hungerlohn arbeiten zu lassen.
„Es ist mein Herzensprojekt, mich für die gerechte Zahlung der Guides und vor allem Porter einzusetzen. Nicht umsonst sind sie angewiesen, NICHT mit dem Touristen sprechen zu dürfen. Fragen Sie explizit nach, ob ihre Träger gerecht bezahlt werden. Die Jungs, mittlerweile auch Mädels, sind weder versichert, bekommen kein geregeltes Einkommen und müssen eine lange Zeit davon leben, was sie in der kurzen Trekkingsaison verdienen.Eine weitere, nicht zu unterschätzende Einnahmequelle sind Gelder (Löhne) aus dem Ausland. Viele Nepalesen arbeiten verteilt auf der ganzen Welt und schicken Ihren Lohn nachhause nach Nepal. Mittlerweile wird das auf 20 bis 25 % des BIP geschätzt.
