Der Dachsteingletscher am 1. September 2025

Vom Dachstein nach Hallstatt

Dachstein - Gjaidsteine - Wiesberghaus - Hallstatt

Die Kombination aus Gletscherwelt, schroffen Felsformationen und dem historischen Zielort Hallstatt macht diese Wanderung zu einer der eindrucksvollsten Touren in der Region Dachstein. Von der Bergstation der Dachstein-Seilbahn über die Gjaidsteine bis hinunter ins UNESCO-Weltkulturerbe Hallstatt wartet ein unvergessliches Erlebnis – voller Weitblicke, alpiner Herausforderung und uriger Hüttenrast.

der Dachstein mit seinem schwindenden Gletschern

Start Bergstation der Dachstein - Seilbahn

Die Tour beginnt spektakulär: Möglichst früh am Morgen geht es hinauf auf rund 2700 Meter Seehöhe. Für mutige bietet sich der Balkon auf einer der Gondeln an. Dort erwartet dich ein atemberaubendes Panorama mit einem Blick in die Südwände und auf das tief untenliegende Ennstal. Rettenstein, die Südwände sowie die Ausläufer des Dachsteins liegen vor dir. Oben angekommen, nimmst du dir noch Zeit für die magischen Momente, Gänsehautfeeling und vielleicht auch ein wenig Adrenalin in deinem Blut bevor du dich auf die Besteigung der Gjaidsteine machst.
Der Blick auf den Gletscher ist leider enttäuschend, hat doch der Klimawandel und die Erwärmung viel zum Abbau des nun nicht mehr ewigen Eises beigetragen.
So hat sich ein kleiner Eissee gebildet, in dem sich mit etwas Glück die Sonne spiegelt.
Bis zum Anstieg auf die Gjaidsteine ist es nur mehr ein kurzes Stück von wenigen Metern Gletscher, die man überqueren muss.

Über die Gjaidsteine 2.794 m

Hat man das kurze Gletscherstück überquert, beginnt der Aufstieg auf den Gjaidstein. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind hier unbedingte Voraussetzung. Die Strecke ist zwar gut gesichert mit Seilen und Tritten, aber für ungeübte Bergwanderer nicht zu empfehlen. Der Ausblick umso schöner, lohnt sich immer wieder ein innehalten und den Ausblick, von der Szenerie der Umwelt beeindrucken zu lassen. Nach 1,5 Stunden hat man den Gipfel erreicht und ein beinahe völlig andere Welt tut sich auf.
Geröll, Steine, nur vereinzelt der eine oder andere Grasbüschel und zarte Blümchen säumen den Gipfel.

von der Hohen Gjaid zur Simonyhütte

Bald taucht man ein in die wilde Felslandschaft der Gjaidsteine. Schroffe Karstformationen, Karrenfelder und kleine Dolinen prägen hier das Bild. Der Weg ist teilweise steinig und erfordert Trittsicherheit – Wanderstöcke sind sehr hilfreich.
Immer wieder öffnet sich der Blick zum Gletscher, auf den hohen Dachstein und hinüber zum Gosaukamm. Diese Szenerie macht die Anstrengung schnell vergessen. Mit etwas Glück kann man ein Rudel Steinböcke beobachten, die sich gerne hier aufhalten.
Das Dach der Simonyhütte, das von weitem in den Farben, der Österreich-Flagge in der Sonne leuchtet, ist nun nicht mehr allzu weit entfernt.

STeinböcke am Gjaidstein

Rast in der Simonyhütte

Allzu lange halten wir uns nicht auf, den der Weg nach Hallstatt ist noch weit. Aber ein Getränk mit fantastischer Aussicht auf den Krippenstein, das tote Gebirge und der Blick zurück auf den Gletscher bringen dich zum Staunen. 
Hier, auf der Simonyhütte (2.203 m), treffen sich Bergsteiger, Kletterer, und solche, die es noch werden wollen, und Weitwanderer – die Atmosphäre ist lebendig und international. Die exponierte Lage fordert dem Hüttenwirt vieles ab und man muss hier mit vollem Herzen dabei sein. Sensationell auch die moderaten Preise. 

Wanderweg zum Wiesberg Haus

Weiter zum Wiesberghaus 1872 m

Der Abstieg führt weiter durch das hochalpine Gelände Richtung Wiesberghaus (1.872 m). Die Landschaft verändert sich: Zwischen Felsen tauchen Latschenfelder auf, der Weg wird sanfter, und bald riecht es schon nach Wald und Gras. Das Wiesberghaus ist ein gemütlicher Platz für eine kurze Pause – perfekt, um die Beine zu lockern und Energie für den langen Abstieg zu sammeln.

Abstieg nach Hallstatt

Der Weg von hier hinunter nach Hallstatt zieht sich, aber die Vorfreude auf den Anblick des Sees motiviert. Zuerst führt der Steig durch Almgelände, dann in den Wald hinein, bis schließlich nach rund 205 Stunden die Dächer von Hallstatt am gleichnamigen See sichtbar werden.

Der Kontrast könnte größer nicht sein: oben noch ewiges Eis und Stein, unten ein romantischer Ort am See, der wie aus einem Märchenbuch wirkt.
Wir kehren ein und gönnen uns einen Cafe und ein kaltes Getränk.

Nach einer 8 – 9 stündigen Gehzeit haben wir uns das redlich verdient am historischen Ortskern eine Pause einzulegen. Der Blick von der Terasse auf den See belohnen für einen harten aber schönen Tag.

Fazit

Diese Tour ist eine der schönsten Möglichkeiten, den Dachstein und sein Hinterland intensive zu erleben und gleichzeitig in Hallstatt zu enden. Sie vereint vorerst noch ein Gletschererlebnis, hochalpine Felslandschaften, traditionsreiche Hütten und den Zauber eines weltbekannten Bergdorfes.

Anforderungen:

  • Trittsicherheit und Ausdauer sind unbedingt erforderlich

  • Gehzeit: 8–9 Stunden

  • Höhenmeter: ca. 400 m Aufstieg, 1.800 m Abstieg

  • Beste Jahreszeit: Juli bis September

Die Auffahrt mit der Gondelbahn auf den Dachstein ist mit der Sommercard gratis. Nicht vergessen unbedingt reservieren und so früh wie möglich.
STeinböcke am Gjaidstein