Langtang Valley

Rasuwa Nationalpark

Das Langtang Valley – eine meiner schönsten Trekkingerfahrungen in Nepal

Das Langtang-Tal im Nationalpark Rasuwa zählt für mich zu den schönsten Trekkingtouren, die Nepal zu bieten hat. Die Landschaft ist atemberaubend – ganz gleich, ob man im Frühling durch blühende Rhododendronwälder wandert oder im Herbst unter tiefblauem Himmel die klaren Berge bewundert.

Besonders geschätzt habe ich, dass diese Route nicht nur landschaftlich reizvoll, sondern auch vom Schwierigkeitsgrad her gut machbar ist – selbst für weniger erfahrene Trekker*innen. Der Weg ist technisch nicht allzu anspruchsvoll, aber trotzdem abwechslungsreich und beeindruckend.

Was mich jedoch am meisten berührt hat, war die Nähe zur lokalen Kultur. Im Vergleich zu anderen populären Routen wie dem Everest Base Camp oder dem Annapurna Circuit wirkt das Langtang-Tal noch deutlich ursprünglicher. Man kommt mit den Menschen in Kontakt, erlebt ihren Alltag hautnah und spürt die tiefe Verwurzelung von Glaube, Natur und Tradition.

Die gesamte Tour lässt sich in etwa 7 bis 9 Tagen bewältigen – je nachdem, wie viel Zeit man sich nimmt und ob man zusätzliche Gipfel wie den Kyanjin Ri oder den Tsergo Ri besteigen möchte.

Lust auf Vielfalt? Willkommen im Langtang Valley!

Du suchst nach eindrucksvollen Naturerlebnissen, ursprünglicher Kultur und vielleicht sogar nach einer kleinen bergsteigerischen Herausforderung? Dann ist das Langtang Valley genau das Richtige für dich!

Dich erwarten vielfältige, grüne Landschaften mit dschungelähnlichen Wäldern, saftigen Wiesen und steilen Felswänden, in denen sogar Honigstöcke kleben. Rhododendronsträucher und weiße Birken begleiten dich auf deinem Weg, bis sich das Tal plötzlich öffnet und eine schroffe Hochgebirgswelt vor dir liegt – mit mächtigen Gletschern, eisigen Moränen und schneebedeckten Gipfeln.

Und nicht zu vergessen: die herzliche Begegnung mit den Einheimischen, deren tibetisch-buddhistische Kultur das Tal prägt. 

Wandern im Langtang Valley

Der Einstieg ins Langtang-Abenteuer – Anreise & Alternativroute über Thulo Bharku

Eine Trekkingtour durch das Langtang Valley ist ideal, um Nepal und die Besonderheiten eines Trekkingurlaubs in diesem faszinierenden Land kennenzulernen. Schon die Anreise von Kathmandu nach Syabru Besi ist ein kleines Abenteuer für sich: Die Fahrt dauert etwa 6 bis 8 Stunden – je nach Verkehr – und führt vom quirligen Kathmandutal hinaus in die beeindruckende Bergwelt des Nationalparks Rasuwa.

Die meisten Trekker*innen beginnen ihre Tour klassisch in Syabru Besi. Wir hingegen haben uns für einen alternativen Einstieg entschieden und sind in Thulo Bharku gestartet – eine Entscheidung, die wir sehr empfehlen können.

Von Thulo Bharku aus führt der Weg durch einen malerischen Wald, vorbei an kleinen Bauerndörfern und liebevoll gepflegten Höfen. Man bekommt früh auf der Tour einen authentischen Eindruck vom Alltag der lokalen Bevölkerung und ihrer Arbeit auf den Feldern.

Ein weiterer Vorteil: In Syabru Besi wird seit Jahren an einem Kraftwerk gebaut, und der einstige Wanderweg ist dort auf mehreren Kilometern zerstört – ersetzt durch eine staubige, von Fahrzeugen befahrene Straße. Dieser Abschnitt ist auf dem Rückweg kaum zu vermeiden, aber auf dem Hinweg kann man ihn sich durch den Start in Thulo Bharku ersparen. Man sollte dafür lediglich eine zusätzliche Übernachtung einplanen – es lohnt sich!

Von Thulo Bharku durch kleine Dörfer nach Thulo Syabru.

Bild oben: Auf dem Weg nach Thulo Syabru kommt man vorbei an kleinen Bauerndörfern und kann beobachten, wie die Bauern ihre Felder und Äcker bearbeiten. Natürlich kann man auch mal selbst Hand anlegen.

Kurzbeschreibung der Langtang Valley Trekkingtour

Um 6.00 früh geht es los mit dem lokalen Bus nach Thulo Barku, die Fahrzeit beträgt inklusive Pausen rund 7 Stunden. Wir steigen direkt beim Hotel aus, beziehen unsere Lodge und erkunden die Ortschaft bis zum Abendessen.

Thulo Syabru, die Heimat von Sohan

Heute wandern wir ca. 6 bis 7 Stunden durch dschungelähnliche Wälder, durch kleine Bauernhöfe und vorbei an Feldern mit Obstbäumen, Gemüse und Getreidefeldern. In Brabal machen wir kurz Rast, bevor wir weiterwandern. Wir erreichen Thulo Syabru und unsere Lodge Mona Lisa gegen 15.00 Uhr und lernen dort unsere Gastfamilie kennen. Wer will, kann auch die Gegend rund um das Dorf erkunden. Die Aussicht von der Kirche, die es dort gibt, ist ein beliebtes Fotomotiv. Je nach Lust und Laune verbringen wir in Thulo Syabru 2 Nächte, es ist das Heimatdorf von Sohan, unserem Guide und er stellt uns das Dorf näher vor. Wir bekommen dabei einen näheren Einblick in das Leben und den Tagesablauf einer Familie, die dort lebt.

Mona Lisa lodge in Thulo Syabru
Trekkingguide Sohan und seine Familie

Nach einem herrlichen Frühstück marschieren wir heute weiter in Richtung Langtang Valley. Nochmals vorbei an kleinen schmucken Häuschen überqueren wir eine Hängebrücke, bekommen noch einen letzten Ausblick auf das Dorf Syabru bevor wir wieder im Dschungel verschwinden. Jetzt geht es erst einmal steil bergab bis zum Fluss. Dem folgen wir bis zur Lodge Bamboo wo wir eine Rast einlegen und Mittagessen. Nach einer Stunde geht es das weiter bis zum Lama Hotel, wo wir nächtigen. Die Gehzeit beträgt zwischen 6 und 8 Stunden.

Heute wird es ein wenig anstrengender. Vom Lama Hotel gehen wir heute rund 6 bis 8 Stunden mit zwei, drei Pausen ziemlich steil bergauf. Es sind rund 900 Höhenmeter, mit zahlreichen Stufen und Treppen, zu überwinden. Steile Passagen wechseln sich mit Flachstücken ab. Wir lassen uns aber ausreichend Zeit und genießen zwischendurch ein Getränk oder einen Snack in einem der Teehäuser entlang des Weges.

Auch der heutige Tag zählt eher zu den gemütlicheren und weniger anstrengenden Tagen. Durch eine traumhafte Landschaft, leicht steigend geht es ca. 3 bis 4 Stunden zu unserem Endziel Kyanjin Gompa wo wir für 2 Nächte bleiben.
In Kyanjin Gompa besteht die Möglichkeit auf einen 4600 Meter oder auf einen 4900 (Tserko Ri) hohen Berg aufzusteigen. Für alle, die einmal so richtig Höhenluft schnappen wollen.

Heute, am 8. Tag, geht es zeitig in der Früh wieder zurück bis zum Lama Hotel. Es sind einige Stunden vor uns, die wir uns aber mit reichlich Pausen und Ginger Lemon Tea verkürzen bzw. vereinfachen. 

Heute geht es gemütlich hinunter nach Syabru Besi, nach mehrere Pausen und Mittagessen auf dem Weg erreichen wir gegen 15. Uhr Syabru Besi, beziehen unser Hotel und haben noch Zeit das Dorf und ihre Einwohner näher kennenzulernen. Am nächsten Tag fahren wir dann mit dem lokal Bus oder je nach Wunsch mit dem Jeep wieder nach Kathmandu zurück. Dort besprechen wir dann noch einmal die Eindrücke unserer Reise bei Dhal Bhat und Raksi.

Beschreibung Trekkingtour Langtang Valley

Tag 1: Kathmandu — Thulo Bharku

Um 6.00 Uhr früh holt uns der Jeep vom Hotel in Kathmandu ab und die Fahrt geht los. Anfangs noch über gute, breite Straßen, die sich aber bald in mehr oder weniger schlechte Rumpelpisten verwandelten. Bedingt durch die monsunartigen Regenfälle und die Beschaffenheit der Infrastruktur werden die Wege immer wieder ausgewaschen. Tiefe Löcher, Gräben, die behelfsmäßig repariert wurden. Bache, die über die Straße fließen und Steine sowie Lawinen, geben den Straßen und Schotterwegen den Rest. So ist die Fahrt einer Schaukelpartie ähnlich und nichts für empfindliche Mägen. Und dennoch ist die Fahrt entlang des Flusses Trishulli bis nach Thulo Bharku ein Erlebnis, das man nicht missen möchte.

Thulo Bharku – ein kleines, schmuckes Dorf, das sich an den Berghang schmiegt und zum Ruhen und Rasten einlädt. Eine neu erbaute Lodge mit ausgezeichneter Küche ist unser Nachtquartier. Das Dinner, gekocht von der Hausfrau, wahr reichlich und schmeckte vorzüglich. Zudem lernten wir in der Lodge unsere Guides kennen, die dort auf uns warteten. 
Wir hatten auch noch großes Glück, fand doch gerade ein farbenfrohes Fest statt, dessen Bedeutung wir nicht erkennen konnten. Einige junge Männer tanzten, erzählten spielerisch Geschichten und die Einheimischen, die aus allen Richtungen gekommen sind, lachten begeistert und klatschten im Minutentakt.
Es war diese Farbenvielfalt der Trachten und traditionellen Kleidung der Frauen, die uns so faszinierte. Wie ein Regenbogen, der sich um die Feierlichkeit spannte. Aber vor allem die vielen lachenden, fröhlichen, staunenden Gesichter!

farbenfrohes Fest in Thulo Bharku

Tag 2: Thulo Bharku – Thulo Shyabru (2200)

Nach einem herrlichen Frühstück mit gutem Kaffee und Eiern ging es dann weiter nach Brabal. Wir wählten diesen Weg, weil unser Guide Guido, aus Deutschland überall Leute kannte und die wieder mal sehen bzw. treffen wollte. Er reist mittlerweile schon seit 35 Jahren nach Nepal. Für uns ein Glücksfall, denn so öffneten sich Tür und Tor für uns und man war gleich mittendrin im echten Leben so mancher Familie. 
Vorbei an Bauernhöfen, kleinen Häusern und Baracken, Teehäusern, vorbeiziehenden Bauern mit ihren Eseln, Mulis und Yaks, oder selbst mit schweren Lasten beladen geht es durch den Wald hinauf. Immer wieder erhascht man einen Blick in das Tal sowie auf die jetzt schon mächtigen, von der Sonne wachgeküssten, verwöhnten Berggipfel.
Nach kurzen Pausen in Teehäusern erreichen wir nach gut sechs gemütlichen Stunden das Dorf Thulo Shyabru, unser Tagesziel. An diesem Ort sollten sich für mich noch sehr viele positive Erlebnisse ereignen, was ich zu diesem Zeitpunkt aber bislang nicht wusste. Darüber schreibe ich ein eigenes Kapitel.
Thulo Syabru wurde 2015 durch ein verheerendes Erdbeben gänzlich zerstört. Mit viel Kraft, Mut, Ausdauer und Hilfe aus der ganzen Welt wurde wieder alles aufgebaut. Und das Hotel, in dem wir wohnten, lies nichts an Wünschen offen. Auffällig wahr die Freundlichkeit der Bewohner in diesem Dorf.
Unsere Lodge war die Mona Lisa. Herzhafte Gastgeber und wunderbares Essen .

thulo syabru im Langtang Valley

Tag 3: Thulo Syabru  — Lama Hotel (2420)

Nach einem herzhaften Frühstück ging es dann durch das Dorf, das sich über einen Bergrücken zieht, über Felder, durch Gemüsebeete, vorbei an Bauernhäuschen durch den Dschungel. Man quert eine Hängebrücke, deren es in Nepal Hunderte gibt, folgt dem Weg bis man unvermutet auf ein kleines Teehaus trifft. Mitten im Wald. Bevor es dann steil bergab bis zum Langtang Khola, ein Fluss der uns fortan ständig begleitet. Der Weg entlang des Wassers führt immer leicht bergab, bergauf und ständig kommen uns Eselkarawanen entgegen. Bis zur Lodge Bamboo wo wir unser Mittagessen genießen. Unterhalten war beinahe nicht möglich, das Rauschen des Wassers übertönte unsere Gespräche. Machte mir aber gar nichts aus.

Nach einer Stunde Pause setzten wir unseren Weg fort bis zum legendären Lama Hotel. Diese Lodge ist strategisch gut gelegen und meist gerammelt voll. Etwas heruntergekommen und selbst kleine Reparaturen werden nicht gemacht, aber trotzdem ist man froh ein Quartier zu bekommen. Das Essen schmeckt, die Leute sind freundlich und man freut sich auf ein Bett. Im Garten gibt es kaltes Wasser für die Katzenwäsche und für besonders mutige und kälteresistente stehen Duschen zur Verfügung.

 

»In Nepal gehören einige Lodges und Hotels dem Staat. Diese werden immer nach relativ kurzer Zeit neu verpachtet. Daraus resultiert die Tatsache, dass kein Pächter auch nur einen unnötigen Rupie in das Hotel steckt. Weil er ja nie weiß, wie lange er noch Pächter ist.«

Tag 4: Lama Lodge – Langtang (3540)

Am vierten Tag ging es dann von der Lama Lodge weiter bis zur Ortschaft Langtang. Ein neu erbautes Langtang, denn das alte wurde durch das Erdbeben 2015 vollkommen verschüttet. Und nur eine Gedenktafel deutet darauf hin, dass hier mal ein Dorf stand.
Wir haben den Wald auch schon verlassen und sind oberhalb der Baumgrenze. Zwischendurch gleicht die Landschaft wie einer bei uns. Man meint, sich auf einer Alm in den Alpen zu sein.
Die wunderschönen Herbstfarben der Natur, es war Oktober, leuchteten in der Sonne. Auch die Berggipfel strahlten nun um die Wette. Wir bleiben eine Nacht in einer neuen Lodge, der Trekkers Lodge, erbaut aus Steinen, die mühevoll in Rechtecke geklopft wurden.
Was mir besonders gefällt, sind die Dachterrassen, auf die man sich zurückziehen kann. Bei einer Tasse Kaffee oder Ginger Lemon Tea schauen, staunen, den Muskelkater ignorieren und den Tag, die Tage Revue passieren lassen. Auch die eine oder andere Unterhaltung mit anderen Trekkern und Guides ergibt sich und man kann so viel Neues über das Land und die Menschen erfahren.

Tag 5: Langtang Dorf nach Kyanjing Gompa 3900

Was gestern vielleicht ein wenig zu viel war, könnte heute für einige zu wenig sein, und wir können uns so richtig Zeit lassen. Heute brauchen wir nur gute 3 Stunden bis zu unserem Endziel Kyanjing Gompa auf 3900 Metern. Gemütlich geht es sanft durch karstiges Gebiet, der Weg gesäumt mit Sträuchern und einigen wenigen Bäumen. Friedlich grassen Yaks auf den Weiden, und ein Fotomotiv jagt das andere. Besonders im Oktober hat dieser Teil der Landschaft mit ihren leuchtenden Farben etwas ganz Besonderes. Und dann noch diese Bäckerei im Herzen des Dorfes…….

Tag 6: Kyanjin Gompa

Ein kleines, mit bunten Hotels und Lodges bestücktes Dorf und zwei fantastischen Bäckereien, die die Strapazen der letzten Tage vergessen lassen. Am Ankunftstag steht so weit nichts am Programm, aber wer will kann gerne weiter in das Tal hineinspazieren oder zu den schönen Seen wandern.
Am 7. Tag steht der Kyanjin Ri mit 4600 Metern oder der Tserko Ri mit 4960 m zur Auswahl. Wir werden hier flexibel sein und jeder kann sich nach Lust, Laune und natürlich Kondition seinen Berg aussuchen.

Tag 8: Heute nach dem Frühstück geht es denselben Weg wieder zurück zum Lama Hotel. Dort nächtigen wir und gehen am nächsten Tag, Tag 9. nach Syabru Besi. Dort beziehen wir unser Hotel und haben ausreichend Zeit für eine Dorfbesichtigung. 

Tag 10: Syabru Besi nach Kathmandu:
Es ist der letzte Tag und wir fahren heute wieder zurück nach Kathmandu. Je nach Wunsch mit dem Local Bus oder wir organisieren ein Jeep für die Rückfahrt. In Kathmandu genießen wir dann gemeinsam das Abendessen und lassen das erlebte noch einmal Revue passieren.